Żary ist eine slawische Gründung und wurde 1007 erstmalig urkundlich erwähnt. In den folgenden Jahrhunderten kam es immer wieder zu Besitzerwechseln. Nach der Herrschaft Königs Bolesław Chrobry (Boleslaw der Tapfere) gehörte die Stadt bis 1364 den schlesischen Piasten, 1490-1512 zu Sachsen und dann bis 1635 den böhmischen Königen. 1635 gelangte die Niederlausitz samt des sorbisch geprägten Sorauer Landes in Folge des Prager Friedens an Kursachsen. Lehnsherren waren Adelsgeschlechter wie die Dewins, die von Bibersteins und zu barocker Zeit die Familie von Promnitz. [caption id="attachment_886" align="alignright" width="300"]Żary, Schlossanlage (Bieberstein- und Promnitzschloss) Żary, Schlossanlage (Bieberstein- und Promnitzschloss)[/caption] Barocke Pracht mit Telemann‘schen Klängen Der Sorauer Hof galt zu Zeiten Sachsen-Polens mit einer bedeutenden Gemäldesammlung, Schlossbibliothek mit zahlreichen Polonika und einem Hoftheater als einer der prächtigsten Höfe des sächsisch-polnischen Hochadels. Schlossherr war Graf Erdmann II. von Promnitz, ein tief religiöser Freund barocker Pracht mit Beziehungen zum Grafen Zinzendorf nach Herrnhut. In den Jahren 1704–1709 war Georg Philipp Telemann Kapellmeister am Hof Erdmann II. Hier entstand u. a. seine Suita Polonaise. August der Starke stattete der Stadt mehrere Besuche ab, so z. B. 1705 zur Trauung Erdmann II. von Promnitz mit Herzogin Anna Maria zu Sachsen-Weißenfels. Am 1. Juni 1718 galt sein 3-stündiger Besuch, umrahmt durch eine Parade des Promnitzschen Militärs, dem im Bau befindlichen Schloss. Danach reiste der König nach Warschau weiter. Um 1730  übernachtete August der Starke in dem in den 1960er Jahren abgerissenen Gasthof „Zur goldenen Eule“, genannt „Hotel de Pologne“. Auch Telemann war in diesem Hause zu Gast. Insgesamt hat August der Starke Sorau auf seinen Reisen nach Warschau sechs mal besucht (1700, 1705, 1717, 1721, 1730 und 1731). [caption id="attachment_891" align="alignleft" width="224"]Herz-Jesu-Kirche (Quelle: wikipedia, Adam Mendala) Herz-Jesu-Kirche (Quelle: wikipedia, Adam Mendala)[/caption] Krieg Aber die barocken Freuden zu Hofe waren nicht ungetrübt: Die Erinnerung an die Schrecken des 30-jährigen Krieges war noch nicht verblasst, da brachten der Große Nordische Krieg und danach die schlesischen Kriege weitere  Plagen in Form von Kontributionen, Einquartierungen, Plünderungen, Mord und Totschlag sowie Krankheiten und Seuchen über die Stadt. Im August 1733 marschierte die sächsische Armee im Rahmen der Thronfolgestreitigkeiten durch die Stadt in Richtung Warschau. August III. reiste 1748 durch Sorau. Ebenso 3 Kompanien des Brühlschen Infanterie-Regiments. Bezeichnenderweise berichtet der Historiker Johann Gottlob Worbs 1826 zu diesem Ereignis folgendes: „Die Mannschaft war nicht stark, die Compagnie etwa 50 Mann, sie hatten aber viel Offiziere und noch mehr Weiber…“ Am 7. April 1763 zog August III. nach Ende des 7-jährigen Krieges mit seinem Hofstaat, inklusive einigen hundert Pferden, letztmalig durch Sorau. Einen Monat später folgte auch Graf Brühl mit seinem Gefolge aus dem Exil in Warschau. Der preußische König, Friedrich II., stattete Sorau mehrere Besuche ab, so z. B. 1744 und am 5. November 1762, als er am Markte beim Kaufmann Starke „neben dem goldenen Stern“ logierte. [caption id="attachment_887" align="alignright" width="150"]Żary, ehemalige Posthalterei am Markt Żary, ehemalige Posthalterei am Markt[/caption] Lebendige Postgeschichte Die erste Erwähnung einer Poststation in Sorau stammt aus dem Jahre 1611 (Bolesława-Chrobrego-Straße 14). 1692 wurde die Stadt über Guben, Lieberose und Lübben verkehrstechnisch an Leipzig angebunden. Die Poststation befand sich zu dieser Zeit am Rynek 17. Im Auftrag Augusts des Starken erfolgte dann ab 1721 durch Friedrich August Zürner die Integration Soraus in die Route Dresden-Warschau. Die Poststation wechselte im 18. Jh. mehrmals ihren Ort, war aber immer in Gebäuden am Markt untergebracht. In  den Jahren 1694 bis 1724 befand sie sich im Haus von A. Heintze, Rynek 16, heute mit Postkutsche und Posthorn gekennzeichnet. Industrie- und Kulturzentrum Von 1815 bis 1945 gehörte die Stadt zu Preußen. Heute ist Żary eine Stadt mit 39.000 Einwohnern und ein bedeutendes Industrie- und Kulturzentrum in der Wojewodschaft Lubuskie. Eine enge Zusammenarbeit verbindet die Stadt mit den Telemann-Wirkungsstätten Hamburg und Eisenach und dem sächsischen Weißwasser, einer der Partnerstädte von Żary.
  • Altes Schloss (Zamek Dewinów – Pachków – Bibersteinów), quadratischer Bau mit hohem Turm aus dem 13. Jh, im 16. Jh. im Renaissance-Stil umgebaut [caption id="attachment_889" align="alignright" width="150"]Żary, Stadtbefestigung Żary, Stadtbefestigung[/caption]
  • Promnitzschloss oder Neues Schloss (Pałac Promnitzów), Ruine des 1710 – 1726 von Julius Giovanni Simonetti errichteter Barockbaus (direkt neben dem Alten Schloss)
  • Herz-Jesu-Kirche (Kościół pw. Najświętszego Serca Pana Jezusa), errichtet vom 13.-16. Jh., ehemals protestantische Pfarrkirche im Stil der Gotik mit Grabstäten der Familie von Promnitz, eine der Wirkungsstätten Telemann
  • Petrikirche  (Kościół pw. św. Piotra i Pawła), außerhalb der Stadtmauern gelegenes, von einer barocken Parkanlage mit „Blauem Tor“ (Błękitna Brama, 1708) umgebenes spätromanisches Kirchlein (Ende 13. Jh.)
  • Kirche zum Guten Hirten  (Kościół pw. Dobrego Pasterza), 14. Jh.
  • Garnisionskirche  (Kościół pw. Podwyższenia Krzyża Świętego), an der Stelle der ehemaligen Franziskanerkirche 1727 im Barockstil wieder errichtet
  • Rathaus (Ratusz), aus dem 14./15. Jh., mit Renaissanceportal
  • Barockes Wohnhaus Rynek 17, Barockbau (Anfang 18. Jh.), Standort der ersten Sorauer Poststation
  • Barockes Wohnhaus Rynek 12 (Anfang 18. Jh.), Architekt G. Simonetti
  • Renaissance-Wohnhaus in der Straße Osadników Wojskowych 52/53 (16. Jh.); ehemalige Apotheke „Zum goldenen Löwen“, die im 18./19. Jh. der Familie Oetker gehörte
  • Spätrenaissance-Wohnhaus in der Straße Żagańska 2 der Familie Kornaczewski
  • Barockes Wohnhaus in der Chrobrego-Straße 35 mit Renaissanceelementen, im 19. Jh. Buchhandlung der französischen Emigrantenfamilie Julien
  • Stadtmauern entlang der Straßen Cicha und Powale
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