[caption id="attachment_1373" align="alignleft" width="166"]Basilika in Łowicz Basilika in Łowicz[/caption] Łowicz wird zum ersten Mal in der Bulle vom Papst Innozenz dem II. aus dem Jahre 1136 erwähnt. Dort werden Besitzerrechte der Erzbischöfe von Gniezno in Bezug auf die Ländereien mit Łowicz als deren Mittelpunkt bestätigt. Der Name Łowicz kommt von łowić, was auf Polnisch auf die Jagd gehen bedeutet. Seine Stadtrechte bekommt Łowicz noch vor 1298. Frühes religiöses Zentrum Um das Jahr 1355 baut Erzbischof Jarosław Skotnicki an der Stelle der alten Holzstadt am Fluss Bzura ein gotisches Steinschloss, das bald zum kirchlichen und wirtschaftlichen Verwaltungszentrum der Łowiczer Kastellenei wird. Erzbischof Wojciech Jarzębiec erhebt 1433 die Mariä-Himmelfahrt-Kirche zur Stiftskirche und stiftet ein Kanonikerkapitel. Die Stadt gewinnt so an Bedeutung. Weitere Institutionen, die von seinen Nachfolgern ins Leben gerufen werden, sowie zahlreiche Ordensgemeinschaften, die sich hier niederlassen, machen aus Łowicz das wichtigste kirchliche Ausbildungszentrum der Erzdiözese Gniezno. Dank zahlreicher Privilegien seitens kirchlicher und weltlicher Würdenträger erlebt auch die Stadt selbst eine rasche Entwicklung. Besonders bekannt sind Lowiczer Jahrmärkte, die Kaufleute aus der Ferne regelmäßig anlocken. [caption id="attachment_2285" align="alignleft" width="448"]Ansicht von Łowicz (Janssonius 1657) Ansicht von Łowicz (Janssonius 1657)[/caption] Diese Entwicklung dauert bis zur ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts. In die Primasresidenz im Łowiczer Schloss kommen polnische Könige und Vertreter fremder Nationen. Zur Zeit des polnischen Interregnums übernimmt der Primas die Aufgaben von Staatsoberhaupt und in Łowicz werden Entscheidungen von größter Wichtigkeit getroffen. In der Primasresidenz blüht Kulturleben und entwickeln sich Wissenschaften. Hier halten sich hervorragende Humanisten auf: A. F. Modrzewski, K. Janicki und P. Skarga, auch hier wirken berühmte Musiker: D. Stachiewicz und M. Zieleński, der polnische Bildhauer J. Michałowicz sowie itelienische Künstler: H. Canavesi, J. Fontana, T. Poncino, M. A. Palloni und andere. Niedergang infolge des 30-jährigen Krieges [caption id="attachment_1375" align="alignright" width="124"]Napoleon-Gedenktafel Napoleon-Gedenktafel[/caption] Die Blütezeit der Stadt geht mit dem 2. Nordischen Krieg zu Ende. Zerstört werden das Schloss und viele Teile der Stadt. Mit der Gründung eines Priesterseminars 1689 und des Piaristenkollegs versucht Kardinal Michał Radziejowski die ehemalige Herrlichkeit der Stadt wiederherzustellen, was wegen weiterer Zerstörungen des Nordischen Krieges und der Konföderation von Bar leider nicht gelingt. Die 2. Teilung Polens 1793 setzt der Herrschaft von Erzbischöfen in Łowicz ein Ende. Die Stadt und ehemalige Ländereien der Lowiczer Kastellenei, die bereits im 18. Jh. den Namen Łowiczer Herzogtum tragen, geraten in preußische Hände. Unter russischer Herrschaft Nach stürmischen Zeiten der Napoleonkriege entsteht Kongresspolen. In der Stadt kommt es zu einer schwachen Belebung der Wirtschaft. Es finden wieder Jahrmärkte statt, in der Stadt entstehen neue Gebäude. Im Jahre 1819 wird Łowicz als Hauptstadt des Kreises Sochaczew zu einer Woiwodschaftsstadt. Mit dem Dekret Zar Alexanders I. vom 4. Juli 1820 gehen ehemalige Łowiczer Besitztümer der Primasse an seinen Bruder, den Großherzog Konstatin, der Erbnutzungsrechte bekommt. Am 20. Juli 1820 wird dann seine Frau, Joanna Grudzińska, zu Großherzogin von Łowicz. 1838 werden Gebiete vom Łowiczer Herzogtum mit der Hauptverwaltung in Łyszkowice wieder zum Privatbesitz der Zarenfamilie. [caption id="attachment_1377" align="alignleft" width="300"]Rathaus in Łowicz Rathaus in Łowicz[/caption] Im Jahre 1845 entsteht eine Bahnstrecke Łowicz-Skierniewice-Warszawa und 1849 gründet man den Kreis Łowicz, dessen Grenzen den heutigen entsprechen. Zwei Jahre nacheinander, 1858 und 1859 finden hier zum allerersten Mal im Kongresspolen überhaupt zwei Ausstellungen der Landwirtschaft statt. Nach der Niederlage des Januar-Aufstandes kommt für die Stadt eine Zeit der Stagnation. Als Folge von wirtschaftlich-gesellschaftlichen Umwandlungen verdoppelt sich ihre Einwohnerzahl und die Stadt wird jetzt auch von anderen Nationalitäten bewohnt. Weiterer Aufschwung Anfang des 20. Jh. entstehen in Łowicz mehrere Institutionen und Gesellschaften, die stark das Leben der ganzen Łowiczer Region beeinflussen. Im Jahre 1907 wird von Władysław Tarczyński das erste und einzige Museum in einer Kreisstadt in Kongresspolen, das „Museum der Antike und Geschichtlicher Andenken“ eröffnet. Ein Jahr später wandelt man auf Anregung von Aniela Chmielińska die hiesige Ausstellung des Kunsthandwerks in das Museum Łowiczer Region um. Seit dem Jahr 1911 erscheint auch regelmäßig die erste Zeitschrift, „Łowiczanin“, als Wochenblatt, herausgegeben von K. Rybacki. [caption id="attachment_1381" align="alignright" width="150"]ehem. evang. Kirche Łowicz, heute Galerie ehem. evang. Kirche Łowicz, heute Galerie[/caption] Nach dem 1. Weltkrieg entwickelt sich die Stadt sehr ungleichmäßig. Die Zwischenkriegszeit bringt den Aufschwung in der Kommunalwirtschaft, Kultur und im Bildungswesen. Man beobachtet aber deutlich eine Stagnation in Bereichen Wohnungsbau und Gesundheitswesen, sowie in der industriellen Entwicklung. Gerade dieser Mangel an der andere Lebensbereiche dynamisierenden Industrie macht Łowicz zu einer Stadt, die lediglich Bedürfnisse der nahe liegenden Gemeinden, vorwiegend mit landwirtschaftlichem Charakter, befriedigt. Tod und Zerstörung Der 2. Weltkrieg bringt große Zerstörungen über die Stadt. Schon im September 1939 liegt die Stadt als ein Punkt von höchster strategischer Wichtigkeit im Zentrum der Bzura-Schlacht. Infolge der Vernichtungspolitik der faschistischen Besatzer in den Jahren 1939-1945 sinkt etwa um 35 % die Einwohnerzahl der Stadt. Besonders schweres Schicksal trifft jüdische Bürger von Łowicz, die Anfang 1942 aus dem hiesigen Ghetto in zahlreiche Vernichtungslager abtransportiert und dort ermordet werden. In der Stadt entsteht die Widerstandsbewegung. Konspirative Bewegungen leitet die Armia Krajowa - die Heimatsarmee, die zahlreiche Diversions- und Sabotageaktionen durchführt, geheimen Gruppenunterricht organisiert und die Bevölkerung materiell unterstützt. Die faschistische Besatzung endet mit dem Einmarsch der sowjetischen Truppen am 17. Januar 1945. Ein neues Zeitalter beginnt [caption id="attachment_1374" align="alignleft" width="210"]Kościół Pijarów w Łowiczu Piaristenkirche in Łowicz[/caption] Nach dem Krieg beginnt ein neues Zeitalter für die Stadt. Sie liegt bis 1975 in den Grenzen der Woiwodschaft Łódź und ist zugleich Sitz der Kreisverwaltung. In den Jahren 1975-1998 gehört Łowicz zu der Woiwodschaft Skierniewice und nach der im Sommer 1998 beschlossenen administrativen Neugliederung gehören die Stadt und der Kreis wieder zum Gebiet der Region Łódź. Die Veränderungen nach dem 2. Weltkrieg betreffen vor allem die gesellschaftlich-wirtschaftliche Sphäre. Die Stadt entwickelt sich langsam aus einem landwirtschaftlich-handwerklichen zu einem industriell-landwirtschaftlichen und Handelszentrum der Region. Die fortschreitende Urbanisierung beschleunigen entstehende Betriebe und der damit verbundene Zustrom der Landbevölkerung in die Stadt. Łowicz gewinnt auch als Zentrum der Kultur und Wissenschaft an Bedeutung. Mit der Bulle Totus Tuus Poloniae Populus von dem Papst Johannes Paul dem II. wird Łowicz zur Hauptstadt der aus 21 Dekanaten bestehenden Diözese. Bei dem im September 1992 eröffneten Priesterseminar wird ein Jahr später eine weltliche Hochschule gegründet, die „Mazowiecka Wyższa Szkoła Humanistyczno-Pedagogiczna“. Der politische Wandel in Polen lässt Łowicz optimistisch in die Zukunft blicken. Die letzten 10 Jahre brachten große Veränderungen im Aussehen der Stadt. Die Infrastruktur verbesserte sich, beträchtlich stieg die Zahl der lokalen Unternehmen an. Im Jahre 1996 wurde Łowicz Mitglied des Kapitels der Ältesten Städte Polens und ein Jahr danach bekam die Stadt den ersten Preis im Städtewettbewerb Eurocity `97 in der Kategorie Städte mit der Einwohnerzahl zwischen 30 000 und 50 000. Zu den allerwichtigsten Ereignissen in der Geschichte der Stadt zählt zweifellos der Besuch von dem Papst Johannes Paul II. Er zelebrierte am 14. Juni 1999 auf dem Łowiczer Blachfeld eine Messe. In seiner Predigt sprach er über christliche Erziehung junger Generationen. Im nachfolgenden Jahr wurde zu seinen Ehern auf dem Alten Marktplatz ein Denkmal errichtet. (Text mit geringfügigen Änderungen übernommen von www.lowicz.eu).
  • [caption id="attachment_1378" align="alignright" width="150"]Typische Łowiczer Trachten (Regionalmuseum) Typische Łowiczer Trachten (Regionalmuseum)[/caption] Altmarkt (Stary Rynek)
  • Basilika (Bazylika Katedralna p.w. Wniebowzięcia Najświętszej Marii Panny i św. Mikołaja), Kollegiatskirche, 15.- 17. Jh., Innenraum im Renaissance- und Barockstil, im Kellergeschoss kunstvolle Grabstätten von 12 polnischen Primassen
  • Ursprüngliche Dechanei, heute Residenz des Bischofs von Łowicz (Ende 18. Jh.)
  • Klassizistisches Rathaus (Ratusz Miejski), 1828
  • Sächsischer Garten (Saski Ogród ), 1886, kleiner Park zwischen Rathaus und Museum
  • Łowiczer Regionalmuseum (Muzeum w Łowiczu), ehemaliges Missionsgebäude (Seminarium Księży Misjonarzy) mit angeschlossenem Freilichtmuseum
  • Gebäude der ehemaligen Pferdepost (1828/29), Aufenthaltsort F. Chopins, heute immer noch Postamt
  • [caption id="attachment_1379" align="alignright" width="150"]Bauernhaus im Regionalmuseum Łowicz Bauernhaus im Regionalmuseum Łowicz[/caption] Leonard-Kirche (Kościółek św. Leonarda i Małgorzaty), 15. Jh./ 1642, heute Universitätskirche
  • Kirche und Kloster der Bernhardinerinnen (Kościół i klasztor Sióstr Bernardynek), 1650
  • Heilig-Geist-Kirche (1404), Kirche der ehemaligen Neustadt
  • Ehemalige Kirche und Kloster der Bernhardiner, heute Schulgebäude
  • Ruinen des Primasschlosses
  • Ehemalige Kirche und Kloster der Dominikaner
  • Piaristenkirche (Kościół Ojców Pijarów), Barock
  • Ehemalige evangelische Kirche (klassizistisch, 1838), heute Galerie
  • Neumarkt (Nowy Rynek) mit einmaliger Dreiecks-Form, Bürgerhäuser aus dem 16.- 19. Jh., im nördlichen Teil ein Gedenkstein zur Erinnerung an Aufständische des Jahres 1863
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