Der Sage nach wurde im Jahre 1003 der böhmische Oberjägermeister Howoran von Heinrich II. mit der späteren Herrschaft Hoyerswerda belehnt. Die erste schriftliche Erwähnung der Stadt erfolgte aber erst 1268. Damals existierte eine als Grenzfeste gegen die Mark Brandenburg dienende Wasserburg den Grafen Hoyer von Vredeberg. In den folgenden Jahrhunderten gab es häufige Wechsel der Besitzer der Stadt, die 1423 Stadtrecht erhielt, sich aber – abseits der großen Handelswege gelegen – wenig entwickelte. [caption id="attachment_873" align="alignright" width="300"]Schloss Hoyerswerda Schloss Hoyerswerda[/caption] 1448 gelangte die Stadt erstmals in sächsischen Besitz, allerdings nur für 20 Jahre. 1544 wurde die Herrschaft Hoyerswerda der Herren von Schönburg dem Markgrafentum Oberlausitz zugeschlagen. 1592 ließ der neue Besitzer der Stadt, Seyfried von Promnitz (siehe Żary/Sorau), das zuvor abgebrannte Schloss als dreigeschossigen Neubau im Stil der Renaissance wieder errichten. Unter sächsischer Herrschaft Von 1635 bis 1815 gehörte die Herrschaft Hoyerswerda zu Sachsen. Nach den Gräueln des 30- jährigen Krieges kaufte der sächsische Kurfürst Johann Georg I. im Jahre 1651 Schloss und Herrschaft, die weiter vererbt wurden, bis 1694 Friedrich August I. (später August der Starke genannt) folgte. Zur Tilgung der Schulden, die mit dem Erwerb der polnischen Krone zusammenhingen verkaufte er aber bereits 1700 an Dietrich von Beichlingen, seinen Kanzler. Nachdem dieser in 1703 Ungnade gefallen war, wurden die vorherigen Eigentumsverhältnisse wieder hergestellt – allerdings auch wieder nur für kurze Zeit. August der Starke verkaufte Hoyerswerda schon 1705 an seine kurz zuvor ebenfalls in Ungnade gefallene und von „Gräfin Cosel“ abgelöste Mätresse, Ursula Katharina von Teschen („Lubomirska“). Immerhin besuchte er sie und ihren gemeinsamen Sohn, den am 21. August 1704 geborenen Johann Georg Chevalier de Saxe, noch im gleichen Jahr. 1727 ließ die Fürstin das Schloss im barocken Stil umbauen und um einen Garten erweitern. Bald kam auch eine eigene Wasserversorgung hinzu. 1737, 6 Jahre vor ihrem Tod, verkaufte sie ihren Besitz an König August III. Sie herrschte 32 Jahre lang. Während dieser Zeit nahmen die Stadt und ihre Umgebung einen wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwung, der sich fest in das Gedächtnis der Stadt eingegraben hat, sodass der alljährliche Weihnachtsmarkt "Teschenmarkt" genannt wird. Schlossverwalter war zu Zeiten der Lubomirska Theophilus Lessing, ein Cousin von Gotthold Ephraim Lessing, welcher sich ebenfalls in Hoyerswerda aufgehalten hat. [caption id="attachment_874" align="alignleft" width="300"]Hoyerswerda, Wappen Seyfried von Promnitz‘ und seiner beider Ehefrauen über dem Eingang zum Rathaus Hoyerswerda, Wappen Seyfried von Promnitz‘ und seiner beider Ehefrauen über dem Eingang zum Rathaus[/caption] 1739 fand im Schloss das Treffen des aus Polen zurückkehrenden August III. und seiner Ehefrau, Maria Josepha, statt. Auch 1740 übernachtete das Königspaar im Schloss. 1781 ging dieses in öffentliches Eigentum über und verschiedene Ämter hielten darin Einzug, später wurde es auch Gefängnis. Im Siebenjährigen Krieg Im Zuge des Siebenjährigen Krieges kam es 1759 bei Hoyerswerda zu einem Gefecht zwischen preußischen und österreichischen Truppen, bei dem die Preußen siegten. Eine Gedenktafel in der Nähe des Lessinghauses erinnert heute daran. Der Befehlshaber der Preußen, Prinz Heinrich von Preußen, kleiner Bruder Friedrichs des Großen, arbeitete nach dem Krieg als Diplomat und war daran beteiligt, die erste polnische Teilung 1772 vorzubereiten. Er versuchte immer wieder, sich selbst eine Herrschaft zu verschaffen. Immerhin wurde ihm zweimal die Krone von Polen angetragen. [caption id="attachment_875" align="alignright" width="225"]Hoyerswerda, Johanneskirche (ev. Stadtkirche von 1346 mit barocker Turmhaube) Hoyerswerda, Johanneskirche (ev. Stadtkirche von 1346 mit barocker Turmhaube)[/caption] Jan Henryk Dąbrowski In den 1750er Jahren wuchs in Hoyerswerda der später zum polnischen Nationalhelden avancierende  Jan Henryk Dąbrowski als Sohn des kursächsischen Obersten Johann Michael Dąbrowski auf. Er kämpfte später im Generalsrang unter der Führung von Tadeusz Kościuszko als Aufständischer gegen 1793 die zweite Teilung Polens. In der Armee des Herzogtums Warschau nahm er am Russlandfeldzug 1812 sowie an den Feldzügen 1813 in Deutschland teil. Zunächst Kommandeur einer polnischen Division, wurde er nach Poniatowskis Tod Oberbefehlshaber des gesamten polnischen Heeres. Im Text der heutigen polnischen Nationalhymne spielt Dąbrowski die Hauptrolle. Die Hymne schrieb der wie Dąbrowski ebenfalls nach Italien gegangene Józef Wybicki als Lied der polnischen Legionen Napoleons in Italien. Sie gibt dem Verlangen Ausdruck, dass Dąbrowski sie zurück nach Polen führen möge und mit ihnen das Vaterland wiederauferstehen lässt. Hoyerswerdaer Postgeschichte Nachdem ab dem Jahre 1706 eine über Wschowa (Fraustadt), Leszno (Lissa) und Kalisz (Kalisch) führende Reitpost zwischen Dresden und Warschau installiert worden war, richtete man 1708 im Gasthof „Zum Goldenen Stern“ die erste Poststation ein. Sie befand sich direkt neben dem Rathaus am Markt, die Ausspanne in der Alten Berliner Straße. 1730 erfolgte die Aufstellung einer Postdistanzsäule auf dem Markt. Zwei Jahre später, 1732, ist ein Postkurs von Dresden nach Warschau über Hoyerswerda, Trzebiel (Triebel), Brody (Pförten), Kargowa (Kargau) und Poznań (Posen) belegt.  
  • Marktplatz mit restaurierten Bürgerhäusern und Postmeilensäule
  • Rathaus (1449/1680/1930)
  • Schloss (1592/1727)
  • Lessinghaus (Altes Amtshaus, 1702) mit Erinnerungstafel an Gotthold Ephraim Lessing
  • Lange Straße (alte Handwerkerstraße  aus der Mitte des 18. Jh.) mit Schuhmacher-Werkstattmuseum im Haus Nr. 1 und Kanonenkugel am Haus Nr. 4 aus der Napoleonzeit [caption id="attachment_876" align="alignright" width="300"]Hoyerswerda, Lange Straße (alte Handwerkerstraße aus der Mitte des 18. Jh.) mit Schuhmacher-Werkstattmuseum im Haus Nr. 1 und Kanonenkugel am Haus Nr. 4 aus der Napoleonzeit Hoyerswerda, Lange Straße[/caption]
  • Johanneskirche (ev. Stadtkirche, 1346 mit barocker Turmhaube)
  • Kath. Pfarrkirche „Zur hlg. Familie“ (Neugotik, 1914)
  • Kreuz- oder Begräbniskirche (1754)
  • Zoo
  • Neustadt mit DDR-Plattenbauarchitektur
 
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